Sie werden automatisch weitergeleitet Um das Interesse Jugendlicher an der Natur und am Naturschutz zu fördern, beschreitet die Biostation neue Wege. Aktive Maßnahmen im Naturschutz werden von Jugendlichen vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert. Besonderer Gag: Die Jugendlichen gestalten eine Präsentation im Internet nach ihren eigenen Vorgaben - mit Vorbildcharakter für andere Kinder und Jugendliche. Wegen seines fortschrittlichen Charakters wird das Projekt derzeit von der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes NRW finanziell gefördert. Ein Bestandteil des Projektes ist eine Arbeitsgemeinschaft am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium aus den 5. bis 7. Klassen. Gestern begannen die Kinder - die Teilnahme an der AG ist freiwillig - mit einem eigenen Kopfweiden-Projekt an den "Toppenwiesen" in Muckum. Unter Anleitung von Anita Conrad und Thomas Wehrenberg (Projektmitarbeiter der Biologischen Station) und den Biologielehrern Eckhard Kleis sowie Jens Ransiek werden die Kopfweiden als Baum(-art) und als Lebensraum erfasst, das Schneiden der Kopfbäume und die Verwendung der Äste (auf dem Schulhof) geplant und durchgeführt. Weitere Bäume sollen gepflanzt werden. Abschließend wird die ganze Aktion mit konkreter Anleitung zum Nachmachen für andere Jugendliche dokumentiert - und zwar im Internet. Auch längerfristig wollen die Jugendlichen die Betreuung dieses Kopfweidenstandortes sicherstellen. Ziel sei es, möglichst früh das naturwissenschaftliche Interesse bei den Schülern zu wecken, erklärte Biolehrer Jens Ransiek. Die Vernichtung der Regenwälder und der Schutz der Wale ? bekannte Themen. Was aber die heimische Natur und Landschaft betrifft, besteht allzu oft eine erschreckende Unkenntnis. Um aber die Kenntnisse und damit auch den verantwortungsvollen Umgang mit der heimischen Umwelt und Natur zu verbessern, fehlen oftmals die geeigneten Instrumente der Wissensvermittlung. Herkömmliche Informationen, sei es über Exkursionen, Wanderungen, Presse, heimatkundliche Veröffentlichungen o.ä., erreichen gerade die Heranwachsenden kaum oder überhaupt nicht. Andererseits findet der regionale Bezug (Natur und Landschaft der Region) auf den von Jugendlichen zumeist gewählten Informationswegen (Fernsehen, Internet) keine Berücksichtigung. Auch die schulischen Einrichtungen sind leider zu oft keine geeigneten Vermittler (Biologie- oder Geographieunterricht), da wegen voller Curricula und Unterrichtsausfall diese und ähnliche Themen nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden können. Hier setzt das Projekt zur Vermittlung lokaler und regionaler naturkundlicher Informationen in Kombination mit der EDV ein. Zeitgleich zum Aufbau eines kreisweiten Fundortkatasters, in dem alle verfügbaren Informationen über Fauna und Flora sowie über besondere Lebensräume im Kreis Herford zusammengetragen und im GIS verarbeitet werden, strebt die Biologische Station eine öffentliche Präsentation an, um in erster Linie Jugendliche anzusprechen. -Projektziele im Einzelenen Vermittlung wichtiger lokaler und regionaler Informationen zur Natur an Jugendliche; Verbindung von Praxis, Dokumentation und Präsentation an mehreren konkreten Beispielen (Gebiet, Lebensraum, Art); Verbesserter und bewussterer Umgang mit der Natur durch Einbindung der Jugendlichen beim Aufbau eines Informationsnetzwerkes zum Naturschutz im Sinne der Nachhaltigkeit; Aktive Teilnahme Jugendlicher am Entstehungsprozess des Projektes u.a. auch an konkreten, praktischen Aktionen, sowie deren Präsentation; Vermittlung eines naturschonenden Umgangs mit Natur und Landschaft anhand konkreter Beispiele aus der Region im Sinne einer Vorbildfunktion; Nachahmeffekt für andere Jugendliche; Verbindung von EDV-gestützten Techniken (GIS, Internet) mit traditionellen Tätigkeiten (praktischer Arten- und Biotopschutz). -Umsetzung Mit vier verschiedenen Jugendgruppen aus dem Kreis Herford arbeiten die Projektmitarbeiter zusammen, unterstützt von ehrenamtlichen Naturschützern und Lehrern. Gruppe 1: Fledermäuse im Katzenholz Eine kleine Gruppe von Jugendlichen im Alter von 12 Jahren hat sich der IG Katzenholz angeschlossen, die sich intensiv für den Erhalt eines Waldes am Rande der Stadt Spenge einsetzt sowie ein dort befindliches Fachwerkhaus unterhält. Die Jugendlichen haben sich den Schwerpunkt "Feldermäuse" gesetzt und wurden von der Projektmitarbeiterin Anita Conrad angeleitet. Die durchgeführten Aktivitäten, die erfassten Daten zum Lebensraum Wald und den Fledermäusen mit Karten sowie allerlei wissenswertes zu den Fledermäusen findet Ihr unter "Fledermäuse im Katzenholz". Gruppe 2: Kopfweiden Eine Arbeitgemeinschaft am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium aus den 5. und 6. Klassen begann im September 2001 an einem Standort in Bünde/Muckum mit ihrem Projekt zu den Kopfweiden im Kreisgebiet. Unter Anleitung von Herrn Ransiek und Herrn Kleis, Lehrer an dem Gymnasium, und den Mitarbeitern der Biologischen Station wurden folgende Aktionen durchgeführt: Besichtigung von zwei Standorten Kartierung der Kopfweiden als Baum und Biotop Planung einer Schulhofgestaltung mit Weiden als Flecht- und Baumaterial Schneiteln der  Kopfweiden Bau eines Tipis und eines Weidenzaunes auf dem Schulgelände Dokumentation der Aktionen mit Protokollen, Bauanleitungen, Bildern etc. Längerfristige Betreuung dieser Kopfweidenstandorte Drei weitere Jugendliche von diesem Gymnasium haben sich um die Auswertung der Kopfweiden-Kartierungsergebnisse gekümmert. Unter Anleitung von Herrn Schüngel (Lehrer am Gymnasium) und Herrn Wehrenberg (Mitarbeiter der Biologische Station) haben sie die Daten mit einen Geographischen Informationssystems (GIS) erfasst, dargestellt und für die Internetpräsentatin aufgearbeitet. Die Ergebnisse sind unter der Überschrift "Kopfweiden" zu finden. Gruppe 3: Renaturierung der "neuen" Ziegeleigrube Ennigloh" Eine Gruppe von vier Jungen im Alter von 15-17 Jahren hat bereits Erfahrung mit einer Bachpatenschaft gemacht. Unter Anleitung von Herrn Kleis, Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, und den Mitarbeitern der Station haben die Jugendlichen Vorschläge zur Renaturierung einer fast abgeschlossenen Abgrabung in Bünde/Ennigloh erarbeiten. Die Jugendlichen lernten die verschiedenen Aspekte einer Planung kennen, und zwar von der Datenaufnahme bis zur Abstimmung des Konzeptes mit Behörden und Besitzern. Die durchgeführten Aktivitäten im einzelnen: Aufnahme der verschiedenen Lebensraumtypen (Biotoptypen, Pflanzen, Tiere usw.) in der Alten und neuen Grube Sammeln von Information über die Ziegeleigrube, z.B. über die Geschichte, den geplante Maßnahmen etc. Besichtigung vor Ort mit einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung, zuständig für Renaturierungen von Abgrabungen, und dem Besitzer der Abgrabungsfläche Erarbeitung eigener Vorschläge zur Entwicklung des Gebietes Erfassung der Vorschläge in einem GIS und Dokumentation der Aktivitäten und Arbeitsergebnisse, auch im Sinne einer Nachahmung von anderen Jugendlichen Vorstellung des erarbeiteten Renaturierungskonzeptes bei der Unteren Landschaftsbehörde, damit die eigenen Ideen auch umgesetzt werden Längerfristige Betreuung der Ziegeleigrube (Gebietspatenschaft) Mehr darüber ist unter der Überschrift "Ziegeleigrube" zu finden. Gruppe 4: Web Ausgehend von den Arbeitsgemeinschaften Homepage und GIS des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums fanden sich drei Jugendliche, die Interesse an der Aufarbeitung aller Informationen aus den anderen vorgestellten Gruppen haben. Aufgabe dieser Gruppe war die Präsentation aller Projektinhalte im Internet nach ihren eigene Vorgaben. Unterstützt wurde diese Gruppe von Herrn Hesse, Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, und Thomas Wehrenberg als Projektmitarbeiter der Biologischen Station. Genaueres ist unter der Überschrift "Web-Gruppe" zu lesen. -Kooperationspartner Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V. Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) Jugendgruppen und deren Betreuerin des BUND Kreis Herford IG Katzenholz Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. Freiherr-vom-Stein-Gymnasium / Bünde Untere Landschaftsbehörde Zeitraum Das Projekt wurde inklusive Vorbereitung zwischen dem 1. Juni und 31. Dezember 2001 mit Fördermittel der NUA durchgeführt. Danach wurde und wird es durch die Biologische Station Ravensberg mit Unterstützung der BUND-Jugendgruppen und Arbeitsgemeinschaften an Schulen weitergeführt. -Organisation Verantwortlich für die Organisation waren die Projektmitarbeiter der Biologischen Station: Anita Conrad Klaus Nottmeyer-Linden Thomas Wehrenberg Naturschutz und Internet, Natur, Kreis Herford, Bünde, Herford, Spenge, Kinder, Jugendliche, Schulklassen, Kopfweiden, Tipi, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Biologische Station Ravensberg, Natur- und Umweltschutzakademie des Landes NRW, IG Katzenholz, BNU, Amt für Landschaftsökologie, Ziegeleigrube Ennigloh, Katzenholz, Fledermaus, Fledermäuse, Renaturierung, Tonabgrabung, Wald, Schulhofgestaltung, Arbeitsgemeinschaften, Homepagegestaltung, Biotoptypen, Fledermauskästen, Fledermauskartierung, Weidenzaun, Weidenschnitt, Toppenwiesen, Elseniederung Forum zu Naturschutz und Internet